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Iran: Lonely Planet

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Reiseführer in englischer Sprache
von Andrew Burke und Mark Elliott
5th Edition July 2008
Lonely Planet Publications Pty Ltd 2008
452 Seiten
ISBN: 978-1741042931
15,95 €

Die Reiseführer von Lonely Planet sind bekanntlich für Individualtouristen geschrieben, die gern auf eigene Faust unterwegs sind und deshalb viele praktische Informationen brauchen. Wenn ein Lonely Planet gut ist, dann schafft er es darüber hinaus auch, ein Land sympathisch darzustellen und die wichtigsten kulturellen und historischen Bereiche abzudecken. Ob das gelingt, hängt natürlich sehr stark von den beteiligten Autoren ab.

 

Im Fall des Iran-Bandes sind das in erster Linie die beiden Reiseschriftsteller Andrew Burke und Mark Elliot, die selbst mehrmals längere Zeit in Iran unterwegs waren und auch andere Reisebücher verfaßt haben. Die Kapitel über Geschichte und Kultur wurden von Kamin Mohammadi verfaßt, einer iranischen Journalistin und Publizistin, die zahlreiche Bücher und Texte über Iran veröffentlicht hat. Andere Teile des Buches stammen aus früheren Editionen und wurden wiederholt aktualisiert und überarbeitet.


Wie für Lonely Planet üblich ist der Reiseführer trotz seiner 452 Seiten handlich und relativ leicht; nur die ersten paar Seiten sind auf Hochglanzpapier gedruckt. Hier finden sich Fotos mit Highlights aus Iran, die Lust auf das Land machen und neben den üblichen Sehenswürdigkeiten vor allem auch Menschen und das alltägliche Leben zeigen.

 

Die folgenden Seiten sind Tipps zur Reisevorbereitung gewidmet: wichtige Reiseutensilien, optimale Reisezeit, zu erwartende Kosten, empfohlene Reiserouten etc. Danach schließt sich ein Kapitel zur Geschichte und aktuellen Situation Irans an, es folgen andere zu Kultur, Religion, Kunst und Essen und Trinken.

 

Beginnend mit Teheran beschreiben die Autoren schließlich Region für Region die Orte und Sehenswürdigkeiten. Sie beginnen jeweils mit einem geschichtlichen Überblick und geben dann Orientierungshilfen und viele nützliche Anlaufstellen, wie Notfallambulanzen, Visastellen, Touristeninformationen, Banken usw. Dann werden Sehenswürdigkeiten vorgestellt und Vorschläge zu Besichtigungsplänen gemacht. Je nach Ort erhält der Leser eine mehr oder weniger große Anzahl von Hotel- und Restaurantempfehlungen in verschiedenen Preisklassen und, falls möglich, auch Ausgehtipps, z. B. für Kinos, Theater, Clubs u.ä. Zum Abschluß gibt es noch Informationen zur Verkehrsanbindung und zu Ausflügen in die Umgebung.


Vorn im Buch ist eine zweiseitige farbige Landkarte Irans enthalten. Am Anfang eines jeden Kapitels befindet sich außerdem eine Übersichtskarte der jeweiligen Region. Zu sehr vielen Orten, auch den kleineren, zeigt der Reiseführer zumindest eine kleine Karte, auf der nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch Hotels, Restaurants, Teehäuser, Polizeistationen, Postämter, Banken, Telefonzentralen, Internetcafés und viele andere wichtige Orte eingezeichnet sind. In den laufenden Text sind immer wieder – in Textrahmen gesetzt – zusätzliche Informationen eingestreut, die zum Thema passen. Hier werden historische und kulturelle Zusammenhänge erklärt, Volksstämme vorgestellt, es kommen einzelne Iraner zu Wort und erzählen über ihr Leben oder man erhält einfach besonders wichtige Reisehinweise.

 

Das letzte Kapitel bietet, alphabetisch geordnet, auf über fünfzig Seiten ausführliche Informationen zu allen praktischen Belangen, die generell für eine Iran-Reise zu beachten sind (Einreise, Reisen im Land, Gesundheit etc.). Alles ist aktuell und sehr übersichtlich dargestellt.

 

Der Index des Reiseführers ist besonders detailliert und dadurch sehr gut benutzbar. Er umfaßt nicht nur Orte, Sehenswürdigkeiten und Personen, sondern auch Stichworte eher technischer Art.


Gegenüber den extrem umfangreichen praktischen Informationen müssen Details zu Sehenswürdigkeiten und Geschichte zwangsläufig etwas zurückstehen. Trotzdem ist der Reiseführer auch in dieser Hinsicht meist erfreulich ausführlich und immer korrekt. Besonders positiv fällt auf, mit wieviel Liebe sich die Autoren um ein Iran-Bild bemühen, das mehr zeigt als nur alte Steine und Atomanlagen. Um schon vor der Reise einen Eindruck von Iran zu bekommen und um das Land ohne Probleme bereisen zu können, bietet der Lonely Planet somit eine wirklich gute Grundlage und ist für Individualtouristen absolut empfehlenswert.


(Hinweis: Ein Fehler hat sich auf Seite 393 eingeschlichen – in Iran gibt es nach wie vor die Sommerzeit. Die Regierung hatte sie nur für ein Jahr, 2007, abgeschafft und dann gleich wieder eingeführt.)