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Stephan Komandarev: The World is Big and Salvation Lurks Around

Stephan Komandarev
The World is Big and Salvation Lurks Around
Bulgarien / Deutschland / Ungarn / Slowenien 2008, 105 Min.

Notiz vom Golden Apricot Filmfestival 2009

Selbstfindung nach Totalverlust

Wie ein junger Mann nach einem Unfall seine Vergangenheit entdeckt

 

Für ein besseres Leben kommt Alex‘ Familie 1983 aus Bulgarien nach Deutschland. Jahre später machen sich die drei auf den Weg in die Heimat. Noch in Deutschland verunglücken sie bei einem Autounfall. Die Eltern sterben, Alex überlebt. Doch er verliert sein Gedächtnis. So harrt Alex im Krankenhaus und flieht sich in stummen Fernsehkonsum, bis sein bulgarischer Großvater ihn – nicht ohne Widerstand – zu einer Reise in die Vergangenheit bewegt. Mit dem Tandem reisen die beiden von Deutschland über Ungarn nach Bulgarien. Bruchstückweise entsteht ein Bild der Vergangenheit, in Rückblenden zeigt sich Alex‘ Geschichte. In einem Flüchtlingscamp, in dem er mit seinen Eltern nach der Flucht aus Bulgarien gelebt hat, vervollständigt sich die Erinnerung.

 

In seinem Heimatdorf tritt er als letzte Herausforderung gegen den Großvater im Backgammon an. Die Würfel fallen zum Schluss – ein Würfel bricht, der neue Meister ist gefunden. Ein rundes Happy End, immer wieder durchzogen von Vergleichen zwischen Leben und dem Spiel. „Die Welt ist groß und Rettung schleicht herum“, manches mal wirkt die Entwicklung zu geradlinig, die Alex durchläuft: Er findet seine Vergangenheit, entdeckt die Liebe und das Leben mehr als zuvor.

 

Und doch ist der Optimismus des Filmes das bemerkenswerteste, er zeigt sich in der unerschütterlichen Zuversicht des Großvaters, geschickt verwunden mit dessen Leidenschaft: „Die Würfel liegen in deiner Hand. Was danach geschieht, hängt ab von deinen Fähigkeiten, und vom Schicksal“. So nährt der Film die Hoffnung, ‚alles wird gut‘. Auch mal schön.